Citizenship Education/Politische Bildung − Der Grundauftrag der Volksschule im Spannungsfeld von Standardisierung und Dezentralisierung
Seit ihrer Gründung ist die moderne Volksschule mit dem Auftrag versehen, die nachwachsende Generation auf die Teilnahme an der Gesellschaft vorzubereiten. Dies umfasst eine entsprechende Werterziehung ebenso wie auch die Vermittlung von entsprechendem Wissen und Kompetenzen. Derzeit wird Citizenship Education oder die politische Bildung rege diskutiert und Ansprüche an die Volksschule wie die Herstellung von Chancengleichheit ebenso lautstark vorgetragen wie Befürchtungen etwa der Nivellierung der Leistungen.
In unterschiedlichsten Ländern wird heute mit erstaunlich ähnlichen Massnahmen auf die überall sehr heterogenen Ansprüche an das Bildungswesen reagiert. Dabei spielen die Elemente der Dezentralisierung und der Standardisierung eine zentrale Rolle. Sie sind in den letzten Jahren auch in der Schweiz stark in den Fokus gerückt: die Standardisierung etwa mit dem gross angelegten EDK-Projekt HarmoS oder dem Projekt Lehrplan 21, die Dezentralisierung hingegen mit der Einführung so genannt teilautonomer Schulen. Demokratie und Chancengleichheit sollen vor allem mittels Harmonisierung und Standardisierung hergestellt und gesichert werden. Dieser auf Harmonisierung und Standardisierung gelegte Fokus wird mit der Perspektive unserer ukrainischen Partner konfrontiert und erweist sich deshalb als besonders reizvoll, weil in der Ukraine gerade der Dezentralisierung eine Schlüsselrolle im Demokratisierungsprozess des Bildungswesens zugeschrieben wird.
In der ersten Hälfte der Tagung loten zwei Keynotes das Spannungsfeld von Standardisierung und Dezentralisierung im Hinblick auf die Thematik Citizenship Education oder der politischen Bildung aus, während die sechs Workshops im zweiten Teil der Tagung Möglichkeiten bieten, aus der Sicht laufender Projekte und aktueller Debatten zum aufgespannten Themenfeld Stellung zu nehmen.
Tagungs-Flyer