«The importance of violence for peoples' well-being, for regimes of inequality and for other institutional domains, is much underestimated in social theory; indeed it is frequently rendered invisible. Yet the regulation and deployment of violence is part of the constitution of the social order, complex inequalities and globalisation.»
(Sylvia Walby, UNESCO Chair on Gender Research, 2009, 191)
Die Forschungsgruppe BISUG beschäftigt sich mit gesellschaftlich relevanten Fragen zu Bildung, sozialer Ungleichheit, Gewalt und Gender.
- Wir sind spezialisiert auf Analysen von Bildungsverläufen und Sozialisationsprozessen in formalen und non-formalen Bildungsräumen mit Blick auf deren Strukturierung durch soziale Ungleichheiten. Insbesondere interessiert uns, inwieweit Benachteiligungen aufgrund Geschlecht, sozialer Herkunft und Ethnizität in spezifischen gesellschaftlichen und institutionellen Kontexten nivelliert oder verstärkt werden. Mit dieser Ausrichtung untersuchen wir Bildungslaufbahnen bis hin zur Hochschulstufe.
- Eine besondere Expertise weist die Forschungsgruppe im Bereich von «Gewalt und Gender» auf. Dazu gehören Untersuchungen zu «Gewalt als sozialer Kontext» in kriegerischen wie auch in zivilen Kontexten (z.B. in Schule, Familie und anderen sozialen Beziehungen).
Unsere Studien liefern Grundlagen für ein besseres Verständnis von Gewalt in Geschlechter- und Generationenbeziehungen wie auch von Chancen(un)gleichheiten im Bildungsbereich. Sie zielen darauf ab, einen Beitrag zur Sensibilisierung und Differenzierung der Fachdiskussion zu leisten.
Kennzeichnend für unseren analytischen Blick ist die Verschränkung institutioneller Prozesse und subjektiver Deutungen. Für die Bearbeitung der Forschungsthemen beziehen wir uns auf strukturtheoretische, bildungssoziologische und pädagogische Beiträge zur Ungleichheitsforschung sowie auf Ansätze der Gender Studies (z.B. doing gender, Intersektionalität).
Methodisch arbeiten wir sowohl qualitativ als auch quantiativ. Im Bereich der qualitativen Sozialforschung verfügen wir über ausgewiesene Erfahrungen mit rekonstruktionslogischen Erhebungs- und Auswertungsmethoden (Grounded Theory, Ethnographie, Objektive Hermeneutik, Biographieforschung).
BISUG ist national und international sehr gut vernetzt und war an EU-Forschungsnetzwerken und an vergleichenden Studien beteiligt.