Medienbildung
Leben und Erfahrungen von Menschen aller Altersgruppen finden zunehmend in Bezug zu mediatisierten Welten statt. «Mediatisierung» meint dabei die zunehmende Prägung von Kultur und Gesellschaft – und damit auch von Schule – durch Medienkommunikation.
Aktuelle mediatisierte Welten sind in ihren technischen Aspekten, ihrer Entstehung, ihren Bedingungen, Ausdrucksformen und Konsequenzen für Fragen der Bildung sowie des Zusammenlebens von hoher Relevanz. Kommunikatives Handeln von Kindern und Jugendlichen im WEB 2.0, die Mediatisierung (der Kommunikation) in der Organisation Schule oder Schule als translokale Netzwerkorganisation werden damit zu Themen der pädagogischen Diskussion – und damit auch zu Themen der Abteilung Forschung und Entwicklung der Pädagogischen Hochschule Zürich.
Die Forschungsgruppe fokussiert insbesondere die Bereiche Kommunikation und Interaktion mit Neuen Medien, deren Bedeutung für Lehr-/Lernprozesse, Informationsaneignung, Rezeption und Produktion von Informationen im Kontext der öffentlichen Schule. Dabei werden kommunikative und interaktive Praktiken unter dem Einfluss neuer Kommunikationstechnologien empirisch untersucht und theoretisch reflektiert.
Thematische Fokussierungen und Projekte bis 2011
(Visual Literacy and Education)
Die Forschungsgruppe BildMedienBildung untersucht unterschiedliche Bildwelten und deren Entstehungsbedingungen, um für Bildungskontexte relevante Erkenntnisse über die wechselseitigen Bezüge zwischen subjektiv-biografischen und historisch-kulturell bedingten Voraussetzungen aktueller Bild- und Medienpraxis zu gewinnen.
Bilder in schulischen Lernprozessen
(Untersuchungsebene: Unterricht; Grundlagenforschung, Unterrichtsforschung, Lehrmittelforschung)
In vielen kulturellen Bereichen haben Bilder die Sprache als tragendes Informations- und Verständigungsmittel abgelöst, dennoch ist eine spezifische Bilddidaktik, die über einen ideologiekritischen Zugriff hinausgeht und kognitionswissenschaftliche Befunde mit kunstwissenschaftlichen Erkenntnissen und künstlerischem Sehen zusammenbringt, erst im Entstehen begriffen (Kirschenmann 2007). Dabei interessiert besonders, wie Lernen mit Bildern in unterschiedlichen Fachgebieten geschehen kann, wie und unter welchen Bedingungen Heranwachsende ein bildnerisches Denken entwickeln.
Bilder in ausserschulischen Kontexten
(Untersuchungsebene: [Mediale] Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen)
Kinder wachsen in einer durch visuelle Medien geprägten Welt auf. Die Forschungsgruppe interessiert, welche sozialisierenden Funktionen diese Bildwelten für die Jugendlichen übernehmen (z.B. Vorstellungsbildung, Identifikationsangebote, Entwicklung ästhetischer Präferenzen). Dabei geht es nicht allein darum, Bilder als Projektionsflächen für bestimmte ausserbildliche Fragen zu nutzen (z.B. Spannung zwischen sozialer und persönlicher Identität), sondern mehr über jugendliche Bildpraktiken und sich verändernde Wahrnehmungsstrukturen in Erfahrung zu bringen.
Visuelle Repräsentationen von Schule
(Untersuchungsebene: Bildung und Erziehung in unterschiedlichen Medien und historischen Kontexten)
Der geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Blick auf die bildhafte Darstellung von Erziehungs- und Bildungsverhältnissen ermöglicht eine bislang wenig beachtete Form der Konstruktion/Rekonstruktion sozialer Wirklichkeit. Dies geschieht in diachroner (z.B. Darstellung von Unterricht vom Mittelalter bis heute) wie in synchroner Perspektive (z.B. Bildberichterstattung zu schulischen Themen).